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Bereits
um 1206 begann der Bergbau auf Eisenerz im Büchenberger Revier. Nach
einer wechselvollen Geschichte erwarb 1936 der Mannesmann-Konzern die
Gruben und baute im Raubbau nur Erze mit einem Eisenanteil von über 35
Prozent ab. Dadurch entstand auch die längste Industrieseilbahn Europas
zwischen dem Rothenberg (Schacht I - heute Schaubergwerk) und der
Entladestation in Minsleben.
1937
begann der Bau der Seilbahn sowie dem Anschlussgleis zur Entladestation in
Minsleben. Dabei mussten beachtliche Spannweiten überwunden werden, so
allein zwischen den Stützen 1 und 2 = 747 m, im großen Pfaffental waren
es bereits 677 m und im Friederickental (Ortseingang Wernigerode von
Elbingerode kommend) wurde die Meisterleistung von 1262 m erreicht, wobei
das Tragseil hier einen Durchmesser von ca. 3,5 cm hatte. Die
Bauausführende Firma war die Bleichert - Transportanlagen G.m.b.H.
Leipzig.
Die
Seilbahn vom Typ "Zenith" wurde in gerader Linie geführt und
erreichte zwischen den Kuppelstellen der Stationen eine Länge von 8650 m
bei einem Höhenunterschied von 270 m.
Bauherrin
für die Seilbahn war 1940/41 die Gewerkschaft "Constanze" in
Düsseldorf mit dem Verwaltungssitz in Gießen. Diese Gewerkschaft
gehörte zum Konzern der Mannesmann-Röhrenwerke.
Während
des 2.Weltkrieges wurde das am Büchenberg gewonnene Eisenerz von
Minsleben mit der Eisenbahn in das Salzgitter-Revier zur dortigen
Weiterverarbeitung, der Verhüttung, befördert. Das Kriegsende 1945, mit
Stilllegung des Erzbergbaus am Büchenberg, bewirkte auch die
Außerbetriebnahme der Seilbahn. Diese Maßnahmen waren aber nur
vorübergehend. Da für den Wiederaufbau in der sowjetischen
Besatzungszone große Mengen von Roheisen und Stahl benötigt wurden,
wurde schon 1946 die Erzförderung des Bergwerkes "Büchenberg"
wieder aufgenommen.
Die ab
1946 am Büchenberg abgebauten Eisenerze kamen nach Calbe/Saale zur
Verhüttung mit Hilfe des ebenfalls speziell entwickelten
Braunkohlen-Hochtemperatur-Koks in einem extra dafür errichteten
Niederschachtofenwerk. Dieses Verfahren ermöglichte die Verhüttung auch
armer Eisenerze.
1958/59
wurde die Seilbahn Büchenberg - Minsleben modernisiert. Der Kriegsbedingt
ursprünglich in Holzkonstruktion ausgeführten Stations- und
Streckenbauwerke wurden nun im laufenden Betrieb in Stahlbauweise
erstellt. Eine Schutznetzanlage ersetzte die hölzernen
Straßenschutzbrücken.
Ab 1962
mussten alle technischen Probleme auf Grund wirtschaftlicher
Umstrukturierungen von der Grube selbst gelöst werden. Dabei wurden etwa
60 Prozent aller Ersatzteile selber hergestellt bzw.
"regeneriert".
Nach der
Stilllegung der Seilbahn im April 1970 erfolgte die Demontage und
Verschrottung der gesamten Anlage in den Jahren 1971/72. Nur die
Stahlstütze Nr. 1 und der Antrieb mit Zugseilspannvorrichtung und den
Kuppelstellen im Ein- und Auslauf der Beladestation blieb erhalten.
Mit der
Seilbahn wurden bis zu 840 Tonnen Eisenerz täglich in 74 im Umlauf
befindlichen Seilbahnloren bei einer Geschwindigkeit von 2,66 m/sek
befördert.
Insgesamt
wurden 33 Tragstützen, 4 Spannvorrichtungen und 3
Straßensicherungsvorrichtungen vorgehalten und von ca. 45 Arbeitskräften
betreut.
Wir
danken Herr Günter W. Fricke und Herr Günther Müller für die Informationen und Bilder
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